Fest-Hymne
H. Mohr
Hingesunken unter Dank und Freude
Preisen wir dich, grosser Herr der Welt,
Und die Herzen, neugeboren heute,
Sind von heil'ger Liebe aufgehellt.
Du bist groß und herrlich. Unter Sternen
Glänzt dein Thron im Dom der Ewigkeit
Und vor dir, in ungemeßnen Fernen,
Blüht die Welt in ew'ger Heiterkeit.
Kraft und Leben strömt aus goldnen Thoren,
Wenn der Tag im Morgenroth erwacht,
Alles wird vom Lichte neu geboren,
Und die Schöpfung blüht in Jugendpracht.
Freundlich tönt der grosse Zeitenhammer
In der letzten Stunde Abendroth.
Lieblich tritt die Nacht aus ihrer Kammer
Und im Kranze naht der schöne Tod.
Halleluja, grosser Welten-Meister,
In dem Vorhof dieser Erden-Welt!
Halleluja in dem Chor der Geister,
Wenn dereinst der große Schleier fällt.
Horcht! das hohe Lied der Seraphinen!
Milder Klang in sanften Sternen Licht!
Jauchzet, Brüder, wenn der Tag erschienen,
Wo das Leben aus dem Grabe bricht!
Welch ein Glanz in jener Himmelsferne!
Welche Freiheit in dem Weltenraum!
Freut euch, Seelen: ach, auf jedem Sterne
Blüht verklärt ein goldner Lebens-Baum.
Heilig, heilig, heilig! Gott erscheinet
Segnend, liebend, auf der Sonnenbahn
Und die letzte Thräne ist geweinet
Und der Tag der Seligkeit bricht an.
Grosse Liebe, süße Freuden-Quelle,
O wie schön ist deine Erden-Welt.
Grosse Liebe, o wie mild und helle
Blickt die Zukunft aus dem Sternen-Zelt.
Halleluja! Betet, lobet, danket!
Gott ist unser größtes, beßtes Gut.
Liebet, offet, wenn das Schifflein wanket,
Wohlgethan ist, was der Vater thut.
Preis und Dank! Dein, dein ist unser Leben,
Unsre Liebe, bist das Herze bricht,
Bis wir einst dich würdiger erheben,
Vater, dort vor deinem Angesicht.