An die Grille
H. Nägeli
Singe, liebe Grille, singe!
Wunderthätig ist dein Lied.
Wenn du singest, liebe Grille,
Schweigt der Sturm im Herzen stille,
Ungeduld und Unmuth flieht.
Deinen Feldton hör' ich lieber
Als der Singer Chor im Hain:
Denn du lehrst mich, frohes Muthes
Beym Genuß des kleinsten Gutes
Und mein eignes Glück zu seyn.
Komm in meine stille Hütte!
Sieh, der Winter eilt herbey;
Dort sind Garben dir bereitet,
Und dein ländlich Lied begleitet
Meine leichte Feldschalmey.