Aufruf

H. Nägeli

Krieg ist entschieden,

Kräftig und frey!

Fort aus dem Frieden!

Alles wird neu.

Weichlich, ach, engte

Ruhe uns ein,

Freude nur schenkte

Lieben und Wein.

Nun geht es weiter,

Fort in die Welt!

Vorwärts, Ihr Reiter!

Feind ist im Feld;

Treibt Euch entgegen

Rüstig sein Pferd,

Fühlt so verwegen

Eurer sich werth.

Rasch denn die Klingen,

Brüder, heraus!

Daß Euch besingen

Mädchen beym Schmaus.

Fallt Ihr, o labend

Schläft sich's, wenn Sieg

Glänzend am Abend

Wolken entstieg.

Wo Ihr auch streitet

Wagend und wild,

Stets euch geleitet

Liebchens Gebild.

Kann Euch noch stören

Zweifel und Wahn?

Wird sie nicht hören,

Was Ihr gethan?

Ob sie auch weine,

Wenn Ihr erliegt,

Habt für die Eine

Doch Ihr gekriegt.

Und Euch ertönet

Preisender Sang.

Todte verschönet

Vaterlands Dank.

Siehe, wie schauen

Froh auf das Grab

Geister aus grauen

Wolken herab.

Treu Euern Fahnen

Floß Euer Blut.

So focht der Ahnen

Rühmlicher Muth!