Deutscher Trost

H. Nägeli

Deutches Herz, verzage nicht,

Thu, was dein Gewissen spricht,

Dieser Strahlt des Himmelslichts:

Thue recht, und fürchte nichts.

Baue nicht auf bunten Schein,

Lug und Trug ist dir zu fein,

Schlecht geräth dir List und Kunst,

Feinheit wird dir eitel Dunst.

Doch die Treue ehrenfest,

Und die Liebe, die nicht läßt,

Einfalt, Demuth, Redlichtkeit

Stehn dir wohl, o Sohn von Teut.

Wohl steht dir das grade Wort,

Wohl der Speer, der grade hohrt,

Wohl das Schwerdt, das offen sicht

Und von vorn die Brust durchsticht.

Laß den Wälschen Meuchelei,

Du sei redlich, fromm, und frei;

Laß den Wäschen Sklavenzier,

Schlichte Treue sei mit dir.

Deutsche Freiheit, deutsche Gott,

Deutsche Glaube ohne Spott,

Deutsches Herz und deutscher Stahl

Sind vier Helden allzumal:

Diese stehn wie Felsenburg,

Diese fechten alles durch,

Diese halten tapfer aus

In Gefahr und Todesbraus.

Drum, o Herz, verzage nicht,

Thu, was dein Gewissen spricht;

Die allmächtige Natur

Hält nur ewig ihren Schwur.