Die höchste Glückseligkeit

H. Nägeli

Wie erhöht, Weltherrscher,

Deine Bewundrung den Geist des Staubs!

Denket er dich, Herrlicher, welche Gefühl

Flammt in ihm! welcher Gedank' hebt ihn, denket er dich!

Ist ein Mensch glückselig?

Einer der Waller am Grabe das?

Du, der es ist, rede, dich frag' ich allein:

Nennest du, würdigest du etwas Seligkeit dann,

In dem Staub' hier unten,

Dann noch zu nennen, wenn Gottes Wink

Wonnegefühl seiner Vollkommenheit dir

Sendet, du freudig erschrickst über Gott, wie im Traum,

Vor dem Hingang selig?

Fliege durch Welten, und sey der Freund

Derer, die schon Ewigkeit hinter sich sehn,

Dachten, und thaten: du bist nur glückselig selbst dort!

Denn des Herrn Anschauen

Ist es allein, was dir Seligkeit,

Jenes Gefühl seiner Vollkommenheit dir

Giebt, daß du freudig erschrickst über Gott, den du schaust!