Die Mondnacht

H. Nägeli

Stern der dämmernden Nacht,

Schön funkelst du in Westen,

Hebst dein strahlend Haupt aus deiner Wolken,

Wandelst stattlich deinen Hügel hin.

Wornach blickst du auf die Haide?

Die stürmenden Winde haben sich gelegt;

Von ferne kommt des Gießbachs Murmeln;

Rauschende Wellen spielen am Felsen ferne;

Das Gesumme der Abendfliegen schwärmt über's Feld.

Wornach siehst du, schönes Licht?

Aber du lächelst und gehst;

Freudig umgeben dich die Wellen,

Und baden dein liebliches Haar.

Lebe wohl, ruhiger Strahl.

Erscheine, du herrliches Licht von Ossians Seele!