Friedenslied

H. Nägeli

Vom Frieden begrüßet, blüht wieder das Land,

Die Leier umflattert ein rosichtes Band,

Den silbernen Saiten melodischen Klang

Begleitet der fröhliche Wechselgesang.

Es lodert die Flamme der Opfer empor;

Altäre umkreiset ein dankendes Chor.

Es schweben verschlungen zum blühenden Kranz,

Das Mädchen, der Jüngling im feiernden Tanz.

Nun weben am Schilde die Spinnen umher;

Nun rosten die Helme, es rostet der Speer;

Es scheucht der Trompeten erschmetternder Ton

Nicht ferner die wonnigen Träume davon.

Das Schwert wird zur Sichel, die Pflüger lohnt mild,

Die emsige Mühe das Weitzengefild.

Es reichet dem Winzer beim festlichen Mahl

Sein Liebchen holdlächelnd den Freudenpokal.