Lebensmuth

H. Nägeli

Das Schwert an der Seite,

Die Leier zur Hand!

Wohl lockt in der Weite

Manch liebliches Land;

Wohl winken Gestalten

Von Helden dir zu;

Vertrau ihrem Walten,

Entstrebe der Ruh'!

Was wolltest du zagen?

Bist rüstig belebt.

Vermagst ja zu wagen,

Wo Schwachsinn erbebt,

Vermagst ja, zu singen

Manch kräftiges Lied;

Viel kann er erringen,

Den Muse durchglüht.

Und ob dich verkennen

Die Thoren umher,

Im Busen doch brennen

Dir Flammen so hehr.

Nie glänzet dem Matten

Das Sonnenlicht frei,

Leicht ziehen die Schatten

Dem Kühnen vorbei.