Morgenlied
H. Nägeli
Die Nacht entfleucht,
Die Sonne steigt
Aus goldnem Wolkenmeere.
Sie kommt voll Pracht,
Und strahlt mit Macht
Zu ihres Schöpfers Ehre.
Schön blinkt der Thau
Auf bunter Au,
Der Vogel schwingt den Flügel,
Die Lämmer ziehn
Durch Wiesengrün,
Schön duftet Thal und Hügel.
Die Schöpfung lacht,
Der Wald erwacht,
Und alle Vögel loben
So wunderschön,
In Wald und Höhn,
Den guten Vater droben.
Ihn lobt die Flur,
Und die Natur
Singt ihrem Schöpfer Lieder;
Er ist so treu,
Und immer neu
Kommt seine Güte wieder.
So silberhell,
Wie sich ein Quell
Durchs stille Thal ergießet,
Gibt daß so klar
Hier immerdar
So rein mein Leben fließet.