Reiterausfahrt

H. Nägeli

Auf, es ist entschieden,

Munter fort in's Feld!

Alles, was im Frieden

Bindet ihn und hält,

Wirft der kühne Reiter

Hinter sich und weiter

Trabt er durch die ungestüme Welt.

Doch die süße Liebe,

Liebchen, wandelt mit,

Wie ihn Schicksal triebe,

Folgt ihm Schritt auf Schritt,

Wagt's, in süßen Bildern

Deine Huld zu schildern,

Heißt vergessen, was er schweigend litt.

Denn die Menschen alle

Mögen schwatzen nun!

Wenn ich siegend falle,

Wird ihr Tadel ruh'n.

Unter'm freyen Himmel,

Kühn in Schlachtgewimmel

Zwängt sich nicht mein Reden und mein Thun.

Besser ist's zu bluten,

Offen und bewehrt,

Als, von wilden Gluthen

Schweigend aufgezehrt,

Unter Kirchhofsbäumen

Todestraum zu träumen,

Wo kein Edler den Gefall'nen ehrt.