Fahr' wohl, du schöner Maientraum!
H. Pfeil
Trau' nicht den Frühlingstagen,
Der lichten Sonne Pracht;
Es schwinden alle Träume
Dahin in einer Nacht!
Der Frühling geht zur Rüste
So schnell, du merkst es kaum.
Fahr' wohl, du Lenzesmorgen,
Du schöner Maientraum!
Trau' nicht den Jugendlenze,
Dem gold'nen Sonnenschein;
Es senken sich die Wolken
Auch in das Herz hinein!
Des Lebens Frühlingstage
Vergehn wie Wellenschaum.
Fahr' wohl, du Lenzesmorgen,
Du schöner Maientraum!
Nicht schreckt des Lebens Winter,
Ist nur das Herz noch jung,
Treu bleibet uns im Alter
Noch die Erinnerung!
Verklärt schau'n wir zurücke
Auf den durchschnitt'nen Raum.
Fahr' wohl, du Lenzesmorgen,
Du schöner Maientraum!