An die Mark

Pfitzner, Hans

Bereifte Kiefern, atemlose Seen,

Die träumen einem dunklen Auge gleich

In ew'ger Sehnsucht von des Frühlings Reich;

Und drüber hin ein schwarzer Zug von Kräh'n.

Viel junges Leben will die Sonne sehn.

Da sitzt die Schwermut schon am Waldesrand

Und schreibt geheime Zeichen in den Sand,

Kein Frühlingssturm wird ihre Schrift verweh'n.

Und eines Tages kommt der junge Mai;

Und dennoch - unter glückverlor'nen Küßen

Lebt ein Bewußtsein, daß wir sterben müssen,

Daß alles nur ein Traum und schmerzlich sei.

Dies Land, da Wunsch und Hoffnung selig sind,

Und doch in ihrem rätselvollen Wesen

Von stiller Trauer niemals zu erlösen,

Dies Land ist meine Heimat und ich bin sein Kind.