Gegenliebe

Pfitzner, Hans

Wenn, o Mädchen, wenn dein Blut

Reger dir am Herzen wühlte;

Wenn dies Herz von meiner Glut

Nur die leise Wärme fühlte;

Wenn dein schöner Herzensdank

Meiner Liebe Gruß empfinge;

Und dir willig, ohne Zwang,

Kuß auf Kuß vom Munde ginge:

O dann würde meine Brust

Ihre Flamme nicht mehr fassen,

Alles könnt' ich dann mit Lust,

Leib und Leben könnt' ich lassen.

Gegengunst erhöhet Gunst,

Gegenliebe nähret Liebe,

Und enflammt zur Feuersbrunst,

Was sonst Aschenfünkchen bliebe.