Untreu und Trost

Pfitzner, Hans

Da drob'n auf jener Linden

Schlief ich und ruht des Nachts

Bei mei'm Feinsliebchen oben

Die ganze Nacht.

Die Blätter von der Linde,

Die fielen all auf mich.

Wenn mich mein Schatz verlassen thut hat,

Das kränket mich.

Daß mich mein Schatz verlassen hat,

Das kommt daher:

Sie dacht sich zu verbessern,

Betrog sich gar sehr.

Und wenn sie mich verlassen hat,

Was scheer ich mich denn drum?

Wer weiß, ob ich und sie einmal

Zusammen kumm.

Das Ringlein, das du von mir hast,

Steck' du's an deine Hand,

Ich bin einmal dein Schatz gewest,

Das macht dir keine Schand.