Posthornklang

H. Plumhof

Träum'rische Düfte viel

im grünen Hain,

durchs Laub der Lüfte Spiel,

dämmernder Schein!

Blüte sich stille wiegt

leis' atmend nur,

in ihrer Fülle liegt

ruhend Natur.

Auch in dem Herzen mir

schlief Sehnsucht ein;

nicht Lust, nicht Schmerzen hier,

nur stilles Sein.

Da dringt durch Waldesnacht

laut Posthornklang;

mein Herz, ach, bald es wacht

in Sehnsuchtsdrang.

Freundlicher Augen schein,

tiefsinn'ger Gruß;

den Odem saugen ein

in heißem Kuss.

So bang die treue Brust,

Scheiden mit Schmerz,

Wiederseh'n, neue Lust!

Trägt dich das, Herz?

Mächtig so Qual wie Lust,

vergessen lang',

füllt noch einmal die Brust

beim hellen Klang.

Horch, wie es leise schallt,

fern schon, ach, fern!

„Liebchen harrt, reise bald!“

Ach, wie so gern!

Mein Aug' nach oben sieht,

Tränen sind drin;

„Die ihr da oben zieht,

Wolken, wohin?“