Begrüssung

H. Proch

Ja, du bist's, die längst ich kannte,

eh' noch Aug' in Auge sah,

die ich mein auf ewig nannte,

eh' noch liebend du mir nah'!

Ja, du bist's; der Jugendträume

hochgebenedeites Bild,

das ich sog in alle Räume

meines Busens wonnig mild.

Ob ich träumte, ob ich wachte,

ob ich weilte, ob ich ging -

ach, wie Duft so süß und sachte

SYSTEMwar's dein Bild, das mich umfing!

Bald vom schwachen Blütenstengel

aus dem Äther nun herab

grüßte mich der Liebesengel,

dem ich mich zu Eigen gab.

Allem lieh es holde Lichte,

allem Farb', Gehalt und Ton;

lebt' es gleich nur im Gedichte,

war im Herzen doch sein Thron.

Und so will ich dich umfassen

wie die Rebe ihren Stab,

mit dir leben und erblassen,

mit dir teilen Sein und Grab!