Bild und Blume

H. Proch

Im gefärbten, bunten Glase

Steht der Strauß verblichen da,

Der mit seinen schönsten Farben

Unlängst noch die Holde sah.

In dem finstern, dunklen Herzen

Steht noch frisch die Rose da,

Die ich schmerzlich schon seit langen,

Langen Monden nicht mehr sah.

Täglich wird mit frischen Wasser

Wohl das bunte Gla gefüllt,

Täglich wird mit frischen Thränen

Auch benetzt das Herzensbild.

Doch die Blumen, sie verwelken,

Nur das Bild bleibt ewig hell,

Weil der Thräne Wunderwasser

Ist geschöpft vom Lebensquell!