Calavresella

H. Proch

Schwarzumlocktes schlankes Kind

mit den wilden Feuerblicken,

sprich, was eilst du so geschwind

mir vorbei mit flücht'gem Nicken?

Komm und setze dich zu mir,

stell' den Krug vom Haupte nieder;

bist erschöpft vom Laufen schier,

sieh, wie hebt sich nur dein Mieder!

Calavresella, acconica e bella!

Calavresè.

Sprich, ist noch dein Herzchen frei,

hat es Amors Pfeil getroffen?

Nicht so blöde, Mädchen, sei

gegen mich, den Fremdling, offen!

Vor den Spähern bergen hier

uns ja Feigenbaum und Flieder.

Nur ein Küsschen! Geb' dafür,

Kind, dir hundert Küsse wieder!

Calavresella, acconica e bella!

Calavresè.

Kleine, fliehst du so geschwind?

Ach, die Mutter hieß dich eilen.

Fahr' denn hin, du munt'res Kind,

schon zu lang' war dein Verweilen.

Nochmals nickst du lächelnd mir,

ach, und nie seh' ich dich wieder!

Aber träumend sing' ich mir

oft noch deiner Heimat Lieder:

Calavresella, acconica e bella!

Calavresè.