Das Dearndl am Bach

H. Proch

Am Bach sitzt a Dearndal, gar herzig und liab;

ihr wunderschön's G'sichterl is åber so triab.

In Äugerln wie d'Veigerln so zart und so schön,

då sicht ma die Tränen wie Tautröpferln steh'n.

Sie schaut gar so schmerzlich den Wasserln nach,

denn's liegt ja ihr Bürscherl begråben im Båch.

Vergissmeinnicht, Rosen und Veigerln blüh'n,

steh'n in an klan Körberl ganz frisch neben ihr.

Da sucht sie die schönsten Vergissmeinnicht aus,

vermischt sie mit Rosen und bind't s'zu an Strauß.

Den wirft sie ins Wasser, in Bürscherl sein Gråb,

und ruft: Mei liabs Bürscherl, wann holst mi denn åb?

Den åndern Tåg fruah sitzt no 's Dearndal und klågt:

Mei Bürscherl, so hol mi, i håb dir's ja g'sågt!

Då rauscht 's Bacherl stiller, das Klagen verstummt,

weil um sei Herzliabste der Bräutigam kummt.

Auf d'Nacht, wia die Fischersleut' z'Haus geh'n vom Teich,

då finden's beim Båch unt' den Dearndal ihr Leich'.