Das Rosenbild
H. Proch
Ihr Fenster, das ist der Rahmen,
ihr Köpfchen das liebe Bild,
das blickt mit den schönen Augen
herunter so sanft und mild.
Im Fenster, da steh'n auch Blumen;
die Blumen seh' ich fast nie,
denn zwischen den grünen Blättern
erblick' ich als Rose sie.
Einst, wenn ich vorbei gegangen
und warf so hinauf den Blick,
da ist sie verlegen worden
und zog schnell den Kopf zurück.
Doch kaum war ich noch vorüber,
sah heimlich sie schon heraus;
so sind aber alle Mädchen,
davon nehm' ich keine aus.
Jetzt hat sich das Blatt gewendet:
Es lächelt mir Lust und Glück.
Wenn ich mich dem Fenster nahe,
winkt mir schon ihr treuer Blick.
Und zwischen den grünen Blättern
die Wangen als Rosen glüh'n,
und blick' ich in ihre Äuglein,
Vergissmeinnicht seh' ich blüh'n.
Ihr Fenster, das ist der Rahmen,
ihr Köpfchen das Rosenbild,
das blickt mit den Sternenaugen
herunter so sanft und mild.