Der Ballkranz
H. Proch
Die Mutter zum Balle gar herrlich geschmückt,
das kranke Kindlein ans Herz sie drückt.
„Lieb' Mütterchen! Bleibe, o bleibe zurück!“
Das Kindlein flehet mit ängstlichem Blick.
„Lass gehen, mein Herzchen, ich bringe vom Tanz
viel Gutes dir und einen niedlichen Kranz.“
Darauf mit dem Tänzer, der lange geweilt,
behende dem Tanzsaal entgegen sie eilt.
Doch mag noch so fröhlich erschall'n die Musik,
kann sie nicht vergessen des Kindes Blick.
Ihr ist so ängstlich, so traurig zu Mut',
sie fühlet im Herzen erstarren das Blut,
find't nimmer Ruhe, find't nimmermehr Rast,
sie eilet nach Hause mit stürmender Hast.
Im Zimmer ans Bettchen tritt schnelle sie hin;
einen Kranz braucht das Kindlein von - Rosmarin!