Der Fischer

H. Proch

Hart am dunklen Meeresstrande

steht ein prächtig Säulenhaus,

drinnen wohnt ein schöner Fischer,

und die Fee geht ein und aus.

Fischer hat sich ihr vermählet

einst zu mitternächt'ger Stund',

hat ihr ew'ge Treu' gelobet,

ihr, der Fee vom Meeresgrund.

Und sie beut stets neue Gaben,

Perlen und Korallen dar,

zu erfreuen den Geliebten,

ist die See so mild und klar.

Horch! Es tönt die Kirchenglocke,

Fischer eilt zum Traualtar.

Seine Schwüre sind vergessen,

doch die See ist mild und klar.

Schön geschmücket steht die Gondel,

die zum neuen Bund ihn führt;

drüben wartet die Verlobte,

die der Myrtenkranz schon ziert.

Wohl das Schiff gelangt' ans Ufer,

doch kein Fischer d'rinnen war.

Was gescheh'n, konnt' keiner sagen,

denn die See war mild und klar.