Der fröhliche Zecher

H. Proch

Es sassen drei Gesellen

Wohl in des Schenken Haus,

Aus ihrem Blick, dem hellen,

Sah nichts als Lust heraus.

Der Eine war gekommen

Von weiter Wanderschaft,

Dem ruft man rings Willkommen

Beim Glas voll Rebensaft.

Da faßt er froh den Becher

Mit echtem Honigseim,

Und jauchzt im Kreis der Zecher:

"Juchhe, wer wieder heim!"

Da saß auch noch ein Zweiter

Gar froh und lebensfrisch,

Wie der sah Keiner heiter

Von Allen dort am Tisch.

Das Glück auf diesem Runde,

Sonst nie dem Burschen hold,

Hat überhäuft zur Stunde

Ihn reich mit Gut und Gold.

D'rum faßt er jetzt den Becher

Mit freudeglüh'ndem Blick,

Und jauchzt im Kreis der Zecher:

"Juchhe, wem hold das Glück!"

Da saß auch noch ein Dritter

Der sprach kein einzig Wort,

Gleichwie der stumme Ritter

Saß er vergessen dort.

Der leerte still den Becher

Voll inn'rer Freude aus --

Und denkt -- der frohste Zecher

War der im ganzen Haus.

Nicht merkten's die im Kreise

Ob froh er, ob betrübt,

Er sprach ja nur ganz leise:

"Juchhe, das treu sich liebt!"