Des Kindes Traum

H. Proch

Mutter, Mutter! Mir hatte geträumt,

es wären die Blumen gekommen

und hätten dein armes, krankes Kind

In ihren Schoß genommen.

Mutter, Mutter! Die Veilchen, ach,

die hielten mich eng umschlossen.

Mutter! Da hab' ich die Blumen auch

mit meinen Tränen begossen.

Mutter, Mutter! Wie ruhte sich's sanft

dort unter blühenden Rosen,

wo taugetränkt die Schneeglöcklein

mit duftender Heide kosen.

Mutter, Mutter! Wie wird mir so wohl,

ich sehe die blumigen Matten,

die sanft und weich dein armes Kind

im Traume umschlossen hatten!

Und brechend suchte das Auge noch

des Traumes duftig Gewinde;

sie blühten bald alle, zu Kränzen verwebt,

am Sarge dem lieblichen Kinde.