Des Liedes Verwandlung
H. Proch
Ein Stern war mir mein Lied
Im Herzen aufgegangen,
Als ich zuerst sie sah,
Von süßem Reiz umfangen.
Zur Blume ward mein Lied,
Als ich ihr durfte nahen,
Mit ihrem zarten Duft
Die Liebste zu umfahen.
Zur Perle ward mein Lied,
Ich durfte es in Reihen,
Zur Zier des schönen Haupts,
Der Anmutsvollen weihen.
Zur Waise ward mein Lied,
Es hatte sie verloren,
Und suchte klagend nun,
Nur sie, die es geboren.
Zum Echo ward mein Lied,
Nur ferne, und mit Beben,
Kann es den Klageton
Der Holden wiedergeben.
Zum Seufzer ward mein Lied,
Der sich der Brust entringet,
Und sich als Lotusblum',
Zu seiner Liebe schwinget.
Zum Schwane wird mein Lied,
Es schwimmt in eig'nen Thränen,
Und singt vom Sterbesang
Vom Abschied und vom Sehnen!