Die Blumenhändlerin
H. Proch
Blumen, schöne Blumen,
duftend zart und fein,
binde ich für Herr'n und Damen
in ein sinnig Sträußelein.
Kommt und kaufet schöne Rosen,
die im Zephir leise kosen.
Aus den Blumen spricht die Liebe
mit geheimer Zaubermacht,
und die Kunde froh und trübe
winket aus der Farben Pracht.
Was der Mund nicht wagt zu sagen,
ein Geständnis, kühn und frei,
muss im Kelch die Blume tragen
und vertraut es still und treu.
Blumen, schöne Blumen
etc.
Mit der Myrte in den Haaren
tritt zum Altar froh die Braut,
denket nimmer der Gefahren,
weil der Liebe sie vertraut.
Blumen künden doch nicht immer
Liebe, Lust und frohen Sinn,
denn beim düster'n Fackelschimmer
deutet Schmerz der Rosmarin.
Blumen, schöne Blumen
etc.