Die Tochter vom zweiten Regiment

H. Proch

Fern von allen, die dich liebten,

ohne Trost, der uns erhält,

mit dem Aug', dem ungetrübten,

sahst du schuldlos in die Welt.

Mit dem Kind, dem hilflos armen,

fühlten alle wir Erbarmen,

und beschlossen war's behend',

du seist die Tochter vom zweiten Regiment.

Dich zu schützen vor Gefahren,

war dann unser schönstes Ziel,

und vor Unglück dich zu wahren,

dazu trieb uns Mitgefühl.

Und wir sahen dich erblühen,

sahen dich als Rose glühen,

d'rum mit Stolz dich jeder nennt

die liebe Tochter vom zweiten Regiment.

Nicht mehr lang' hab' ich zu leben,

meine Tage sind gezählt;

du musst nun den Trost mir geben,

der im Alter mich erhält.

Folge immer unser'n Reihen,

lasse nicht von deinen Treuen,

bleibe bis zu deinem End'

uns treu, die Tochter vom zweiten Regiment.