Ewiges Gluck
H. Proch
Sage nicht, die Tage schwinden,
Sage nicht, das Glück enteilt!
Meine Lust laß mich empfinden,
Ungetrübt und ungetheilt.
Kümmert mich die Flucht der Zeiten,
Mich des Glückes Unbestand?
Laß es fahren, laß es gleiten,
Du bist meines Glückes Pfand!
Dir am Busen hingesunken,
Festgebannt au deinen Blick,
Deiner Flammenküsse trunken,
Was noch fürcht' ich das Geschick?
Höher laß den Becher schäumen,
Den dein süßer Mund geweiht,
Laß uns schwärmen, laß uns träumen,
Maienwonne, Jugendzeit!
Trinken die gefüllte Schaale,
Gleich als ob sie nie versiegt,
Bis zuletzt mit einem Male
Lieb' und Lebenstraum verfliegt.