Frage nicht
H. Proch
Nicht frage mehr, was mich bewegt,
Was mir das Auge füllt mit Thränen!
Denn wie dieß Herz auch liebend schlägt-
Et ist vergebens doch sein Sehnen.
Es duldet still, bis daß es bricht,
Drum frage nicht! -- o frage nicht!
Kein Wort verrathe dir, kein Blick --
Was mir im tiefster Seele glühet!
Nichts störe deiner Liebe Glück,
Ob mir auch keine Freude blühet!
Still liebt mein Herz, bis daß es bricht --
Drum frage nicht! o frage nicht!
Und ob auch du mich hier verkennst,
Auch du -- gelauscht vom falschen Scheine --
Den trotzig-wilden Geist mich nennst,
Nicht ahnend, daß ich einsam -- weine.
Still bleibt dieß Herz, ob es auch bricht,
Drum frage nicht! -- o frage nicht!
Doch wenn ich fern und unbeklagt
Des Grames Ziel, mein Grab gefunden
Und kaum Erinn'rung dir noch sagt
Von dem, der früh dahingeschwunden,
Dann künde dir es Lied und Bild:
«Du warst es, die sein Herz erfüllt!«