Frühlingswonne

H. Proch

Hoch in den grünen Zweigen singen

Vöglein klein,

zart und fein,

heben die leichten, kleinen Schwingen,

sind voll Seelenlust.

Und ihr Zwitschern auf den Blättern,

wie sie auf und nieder klettern,

kosend neckend Paar an Paar,

eine bunt gemengte Schar!

Frohes Lied in kleiner Brust,

kennen nichts als Lieb' und Lust!

Blümlein im frischen Grase blüh'n,

lieblich Blau

schmückt die Au,

ist seiner Farbe prächtig Glüh'n

sich unbewusst.

Droht ein Wölkchen auch am Himmel,

schwindet's bald als leerer Wahn,

und das fröhliche Getümmel

fängt aufs Neue wieder an.

Laue, linde Frühlingsdüfte

ziehen lieblich durch die Lüfte,

und der Sonne Strahlenschwingen

lassen zarte Knospen springen.

Alles ist voll Lust und Freud';

Frühlingswonne, Seligkeit!