Glockentöne

H. Proch

Durch die kühle Morgenluft

hoch vom Turm die Glocke ruft:

Wachet auf, ihr Brüder,

sinket auf die Knie nieder

dankt dem für die Ruh der Nacht,

der als Vater hat gewacht!

Und die Glocken tönen wieder

laut und froh erklingen Lieder,

Und ein Brautzug Paar an Paar

eilet fröhlich zum Altar;

wie sie schallen in die Weite

kündet Freude ihr Geläute

Doch auch Unglück kann's bedeuten,

wenn die Glocken düster läuten.

Blickt dann auf in eurer Not,

blicket auf zum ew'gen Gott.

Nimmer wird der Mut euch sinken,

seht ihr hell die Hoffnung blinken.

Und wenn dann der Abendstern

niederschaut so still, so fern,

lasset alle Glocken klingen,

lasset uns ein Loblied singen:

„Vater, Dank sei dir gebracht,

du hast über uns gewacht!“