Herbstromanze

H. Proch

Im Herbst an einem Morgen hell

zog über die Flur ein Färbergesell'.

Der färbte die bunten Auen fahl

und machte die grünen Wälder kahl.

Die Jungfrau stand vor der Hütte klein

und blickte so trauergemut darein:

„Du schlimmer Gesell', was raubst du mir

der schmucken Kränzlein fröhliche Zier?“

Und was sie weint und was sie klagt,

dem frischen Gesellen gar wohl behagt.

„O Jungfrau, liebe Jungfrau mein,

was trauerst du um die Kränze dein?

Nach kurzen Monden, da kehr' ich zurück;

im Frühling, da mach ich's Meisterstück]!“