Ich bin dir gut
H. Proch
Gendenk' der Zeit, wo unter den Zypressen
wir Arm in Arm im Mondenlicht gesessen,
dein Lockenhaupt an meiner Brust geruht.
Da schlug mein Herz in bangen, lauten Schlägen,
dein Auge sank, dein Mund kam mir entgegen,
du sprachst: Mein Freund, ich bin dir gut.
Und wenn wir munter in die Gondel sprangen,
voll sel'ger Liebe uns're Lieder sangen,
da rauschte Wonne aus der Welle Wut.
Ich hörte nicht den Vogel am Gestande,
nicht neben mir den heiser'n Schwan im Bade,
denn du sprachst: Mein Freund, ich bin dir gut.
Mag immerhin mein Ende mir erscheinen;
wie könnt' ich wohl verzweifeln oder weinen?
Mir bleibt zur letzten Stunde froher Mut.
Und werden sich die Augenlider senken,
muss deinem Kuss ich drüben noch gedenken
und dem süßen Wort: Mein Freund, ich bin dir gut!