Ich denk' an dich
H. Proch
Von dir getrennt, mein süßes Leben,
fühlt stets mein Herz so bange sich;
doch ist ein Trost mir noch gegeben:
Ich denk' an dich!
Bei allem, was ich seh' und fühle,
ergreift die Sehnsucht zaub'risch mich,
und ob allein, ob im Gewühle,
ich denk' an dich!
Seh' ich die Rose sich entfalten,
erblick' dein Bild ich wonniglich,
und lächeln hold mir Traumgestalten,
denk' ich an dich!
Und schau' ich an die lieben Sterne,
sie winken mir so inniglich
und schimmern hier wie in der Ferne;
ich denk' an dich!
Denn Schmerz und Lust und Freud' und Leiden,
in dir vereinet alles sich,
und muss ich einst vom Leben scheiden:
Ich denk' an dich!