Ich habe dich gefunden!

H. Proch

Ich habe dich gefunden,

verborgen und allein,

wie man in Morgenstunden

ein Veilchen find't im Hain.

Es fiel ein holder Schimmer

mir plötzlich in den Blick;

es war bestimmt für immer:

Uns einet das Geschick!

Wärst du im Wald die Quelle,

ich wär' der stille Grund,

an den du kämest helle,

zu küssen ihm den Mund!

Wärst du die Perl' im Meere,

ich wär' die Muschel d'rein

ubnd schlösse dich zur Wehre

in meine Arme ein!

Wärst du die Ros' im Garten,

ich stände im Gefild'

als Strauch, der dich mit zarten

Geästen wiegend hielt'!

Wärst du die Wolk' in Lüften,

ich stünd' als Blum' der Au

und zöge dich mit Düften

herab zu mir als Tau!

Ich hätte dich gefunden,

wie auch verhüllt dein Sein;

nun bist zu allen Stunden

du Herzgeliebte mein!