In der Mühle
H. Proch
Zur Mühle geh' ich gerne,
zur Mühle zieht's mich hin,
denn schon von weiter Ferne
winkt mir die Müllerin.
Hab' ihr gar viel zu sagen,
bald jenes und bald das,
hab' sie um viel zu fragen
und weiß doch nicht, um was.
„Wo bleibst du denn so lange?
Bist wohl nicht gern' bei mir!
Es war das Herz mir bange,
jetzt darfst du nicht von hier!“
Die Räder fangen alle
auf einmal an zu geh'n,
und rings ertönt die Halle
im zauberischen Weh'n.
„So strömet denn, ihr Lieder,
hervor aus treuer Brust!
Mein bist du, Liebchen, wieder,
du meines Herzens Lust!“
Da steh'n die Räder wieder,
und mit dem treuen Sinn
blickt sie zur Erde nieder,
die schöne Müllerin.
„Leb wohl und denk' der Stunde,
die uns so schnell entschwand;
bald komm' ich in der Runde
zur Mühle wohlbekannt.
Und bei dem Räderspiele
flieht uns die Zeit dahin;
leb wohl, du liebe Mühle,
leb wohl, du Müllerin!“