Liebesend'

H. Proch

Was klagest du, dass nimmer so

wie einst mein Herz erglüht?

Und weißt doch, wenn der Lenz entfloh,

dass auch die Blum' verblüht.

Wohl liebt' ich dich so treu und warm,

ach, dass man's nur vergisst;

doch jetzt bin ich an Lieb' so arm,

als arm ein Bettler ist.

Denn ach, die Zeit, die alles raubt,

was nur erfasst dein Sinn,

die selbst den grünsten Baum entlaubt,

nahm auch mein Lieben hin.

O sieh mich nicht so traurig an,

macht's doch das Herz nur schwer,

und was ich selbst nicht ändern kann,

das ändert wohl nichts mehr.

Reich' mir noch einmal deine Hand

wie einst, da sie mein Glück,

find' ich ins alte Wunderland

an ihr auch nicht zurück.

Und glaub' es mir, gern träumte ich

aufs Neu' den schönen Traum,

in dem noch einem Eden glich

der kleinsten Hütte Raum.

Doch ach, es ward mein Herz ein Grab,

ein Fels, von Nacht bedeckt,

in welchem selbst des Moses Stab

kein neues Leben weckt.