Lied des Csikosch
H. Proch
Ohne Sattel, ohne Bügel,
Ha, wie fort der Csikos braust,
Rößlein, Rößlein, hast du Flügel,
Daß du so von hinnen saust?
Peitschenknall durchgellt die Weite,
Schaut, der Wolf entflieht mit Hast
Läßt in Frieden seine Beute,
Denn er wittert schlimmem Gast.
Wolken hoch am Himmel jagen,
Schnell wie sie mein Rößlein fliegt;
Doch wer ist so kühn zu sagen
Welches da von beiden siegt?
Und so geht's dem Wind zur Wette,
Haar und Hemd im Fluge weht,
Und das Rößlein weiß die Stätte,
Wo es schnaubend stille steht.
Tief im Wald ist eine Schenke,
Rauch und Zitherspiel darin,
Und an die mit Lust ich denke,
Schaffet dort als Kellnerin.
Springt hinauf und springt hinunter
Mit den Krügen in der Hand,
Und wie sie ist keine munter
In dem ganzen Ungarland.
Drési, Drési, munt're Dirne,
Hörst du nicht den Peitschenknall?
Streif das Haar dir von der Stirne,
Laß die durft'gen Gäste all'!
Denn dein János kommt geflogen,
Horch, schon braust's zum Wald herein,
Auf, Zigeuner, rührt den Bogen,
Heissa, Tanz und Ungarwein!