Minnelied

H. Proch

Mein einziger Gedanke

bei Tageslärm, in Traumesruh',

o wunderholde Schlanke,

bist du allein, bist du!

Dein Bild entzückt die Sinne,

beseelt das Herz in meiner Brust;

dir gilt mein Lied der Minne,

dir gilt mein Lied der Lust!

Seitdem mein Aug' gespiegelt

sich, ach, in deinem Sternenpaar,

bracht' ich dir liebbeflügelt

manch' Liederopfer dar.

O wunderholde Schlanke!

Bei Sonnenlicht, bei Sternenschein

mein einziger Gedanke

bist du, bist du allein!

Was ist's, dass heut' so bange

mein Herze pocht, mein Lied erschallt?

Wirst Holde du noch lange

so grausam sein und kalt?

Was dir aus allen Liedern

begeistert entgegenspricht,

willst du es denn erwidern,

das Wort der Liebe, nicht?