O lasse Lieb' nicht von dir gehn
H. Proch
Eine Hand, die in der deinen liegt,
ein Herz, das sich an deines schmiegt,
o halte fest, o lass es nicht!
Das Aug', das sich in deines senkt,
das Herz, so Liebe dir geschenkt,
wer weiß, wer weiß, wie bald das bricht!
Heut' sind im Garten Rosen viel,
und morgen treibt der Wind sein Spiel,
die Dornen stechen gar so sehr!
Nun brennt die Flamme hell und klar,
bald streut sie Asche dir ins Haar,
und düster wird es rings umher.
O lasse Lieb' nicht von dir geh'n,
ein Herz in Treuen niemals schmäh'n;
wer weiß, wer weiß, wie lang' es währt?
Die schönen Tage sind wie Hauch,
ein Weilchen noch, dann gehst du auch,
und Lust ist bald in Leid verkehrt.