Rosen-Heimweh
H. Proch
Ich nahm von ihr ein Röschen mit;
weiß nicht, wie ich's bekommen.
Sie gab mir dieses Röschen nicht,
ich hab' es nicht genommen.
Und doch kam es aus ihrer Hand,
und ich nahm's mit am Morgen
und tat es in ein gülden Glas,
um stets dafür zu sorgen.
Und stand vielmal vom Schreiben auf,
das Röschen zu befragen,
auf welche Weis' ich meine Lieb'
der Holden sollte sagen.
Da senkte traurig es sein Haupt
hinunter in das Wasser,
da sah es d'rin sein schönes Bild
mit jeder Stunde blasser.
Es sehnte nach der Holden sich,
ein Heimweh hat's ergriffen.
Ich habe seinen Sehnsuchtstod
empfunden und begriffen.
So haucht' es aus den letzten Duft,
die Blätter fielen nieder;
der Geist des toten Röschens klagt
noch lang' durch meine Lieder.