Stiller Trost
H. Proch
Wenn ich einsam und verschwiegen
wandle meine Straße her,
meinen viele wohl, ich wäre
teilnahms- und empfindungsleer.
Und doch alles, was mich grüßte
auf dem ganzen Pilgerlauf,
lebt mit neuem Angedenken
mir im Herzen wieder auf.
Nicht so müßig ist mein Wandern,
nicht so arm an Lust und Leid;
trage mit mir aller Orten,
was mich schmerzt und was mich freut.
Trage mit den Liedrereichtum
in des Herzens sicher'm Schrein,
und es quillt hervor als Lieder,
was empfunden kam hinein.
Denn das Lied ist mein Gefährte,
ist mir Tröster, ist mir Freund,
der mit meinem Frohsinn jubelt
und mit meinem Grame weint.