Täuschung
H. Proch
Seht ihr dort die beiden Berge,
wie sie da steh'n, eng vereint,
dass beim ersten Blick das Auge
einen nur zu schau'n vermeint?
Und doch sind sie streng geschieden
von dem Fuße bis zum Joch;
manche Kluft mit manchen Schlünden
gähnet zwischen beiden noch.
Seht, wie diesen Bergen geht es
meinem Glück und meinem Ich;
wer mich flüchtig sieht von Weitem,
wähnt das Glück gebannt an mich.
Wer mir aber in die Tiefen
meiner Seele blickt, erkennt,
welche tiefe Kluft der Schmerzen
mein Gemüt vom Glücke trennt.