Unruhe

H. Proch

Ein ewiges Sehnen,

ein ewiges Drängen,

als wollten die Tränen

das Herz mir zersprengen;

ein zitterndes Bangen,

ein glühend' Verlangen,

ein Zagen, ein Beben,

ein schreckliches Leben.

Mit süßer Pein

denk' ich an dich,

und dich allein

nur liebe ich.

Dich sollte ich hassen,

du hast mich verlassen,

du hast mich betrogen,

hast Treue gelogen.

Doch denk' ich der Stunden,

die himmlisch umwunden

mit Rosen die Liebe,

da werde ich trübe.

Sie wollten nichtn weilen

und flohen dahin;

was wird mir wohl heilen

den liebenden Sinn?

Tief in der Brust

weiß ich mich rein

und fühl' die Lust,

dir treu zu sein.

Du spottest der Treue,

vergisst meiner leicht;

dass dich einst die Reue

zu spät nicht erreicht!

Ich kann's nicht ertragen,

dies Hoffen, Entsagen

die doppelten Triebe,

den Schmerz und die Liebe,

das schwindelnde Wanken

der trüben Gedanken,

die Qual und Lust

der wunden Brust!

Sie hellet sich nimmer,

die innere Nacht;

ja, du hast auf immer

mich elend gemacht!