Vom Jäger Herne die Mär ist alt
H. Proch
Vom Jäger Herne die Mär ist alt,
der jagen ging in Windsors Wald.
Tag aus, Tag ein,
die Nacht hinein,
Tag ein, Tag aus
mit Saus und Braus.
Einst hetzt' er den Hirsch mit stolzem Geweih,
mit Hussa und Hallogeschrei.
Der floh zur heiligen Eiche,
dass nicht der Tod ihn erreiche.
Doch jener, wild und ungeschlacht,
gab auf kein heilig Zeichen Acht!
O Herne, du hast ihn erschlagen,
d'rum sollst du ewig jagen und jagen.
Vom Jäger Herne die Mär ist alt,
der jagen muss durch Windsors Wald.
Nacht aus, Nacht ein,
bis zum Morgenschein,
Nacht ein, Nacht aus
mit Saus und Braus.
Er trägt auf der Stirn des Hirschen Geweih,
und grausig schallt ein Hallogeschrei.
O flieh die heilige Eiche,
dass nicht der Tod dich erreiche!
Denn schlägt die Glocke Mitternacht
und steigt empor des Mondes Pracht,
naht Herne mit seiner Meute,
und alles fällt ihm zur Beute!