Waldtraum

H. Proch

Räder klappern, Wasser rauschen

Und die Bäume flüstern drein.

Gern mag ich den Tönen lauschen

Hier am duft'gen Waldesrain.

Denn solch' reges Treiben wecket

Immerdar den frohen Mut,

Und im Grase hingestrecket

Ruht dabei sich's doppelt gut.

Möchte in der Mühle hausen

Als ein Müller, frisch und jung,

Wo so lustig Sausen, Brausen,

Wassersturz und Räderschwung.

Würde schaffen dort und schalten,

Emsig lenken Well' auf Well',

Bis das Bächlein ohne Halten

Trieb' die Räder doppelt schnell.

Dann auf ihre Schaufeln legen

Würd' ich meinen Kummer all',

Daß er mit dem Silberregen

Stäubte hin im wilden Schwall.

Ha, dann trüge wohl behende

Ihn die Flut hinaus ins Meer,

Und zu meinem Herzen fände

Nie den Weg der Kummer mehr.

In solch' Träumen hat das Lauschen

Mich versenkt am Waldesrain,

Räder klappern, Wasser rauschen,

Und die Bäume flüstern drein.