O, welch Heil ist euch geschehen
H. Putsch
O welch Heil ist euch geschehen,
Hirten, als aus Bethleh'ms Höhen
Euch umstrahlte Gottes Klarheit,
Als das Wort voll Gnad' und Wahrheit
Ihr vernahmt in banger Stunde
Aus des Engels heilgem Munde!
Da entsprang aus Furcht und Beben
Euch ein freudenreiches Leben.
Mehr als Zions Harfenklänge
Sangen euch die Lobgesänge
Der entzückten Himmelsheere,
Da ihr hörtet Gottes Ehre,
Und der Erde neuen Frieden
Und des Menschen Heil hienieden
Und des Wortes Wohlgefallen
In der Engel Liedern schallen.
O wie seid ihr voll Verlangen
Nun zur Davidsstadt gegangen!
Kamt zum dunklen Stall und sandet
Joseph und Mariam -- standet
Schauend mit verschlossner Lippe,
Saht das Kindlein in der Krippe,
Eingehüllt in Windeln, liegen; --
Thiere, Menschen, Engel schwiegen.
Aber bald mit lautem Munde
Zeugtet ihr vom neuen Bunde
Und vom Kinde, dem zu dienen
Selbst der Engel Schar erschienen,
Und das nun ein Mensch geboren,
Eine Krippe sich erkoren,
Daß die arme, dunkle Erde
Wiederum ein Eden werde.
Hirtenschar aus Bethleh'ms Höhen,
Warum wurdest du ersehen,
Christ, den Herrn, zuerst zu finden,
Seinen Namen zu verkünden?
O, dem demuthsvollen Hoffen
Thut sich gern der Himmel offen;
Reine Herzen, die ihm trauen,
Läßt der Herr sein Antlitz schauen.