Als ich Dich fand
H. Reichenberger
Als ich Dich fand, bist du mein Glück geworden,
Was vordem lag, war dunkle Leidensnacht --
Vergib' mir drum, wenn solches Glückes Pracht
Ich schwelgend pries in jauchzenden Akkorden.
Ein trüber Schwärmer naht' ich dir von Norden,
Gehetzt von aller bösen Geister Macht,
Da hast du mir den Zaubertrank gebracht,
Der sollte jäh die herbsten Qualen morden.
In deiner Augen Fluth bin ich gestiegen,
Gebadet hab' ich in dem Wunderborn,
Die Wellen spürt' ich hold und sanft sich schmiegen --
Du gabst mir Rosen, und mich stach kein Dorn.
Ist das nun aus? In dem verstörten Innern
Nähr' ich ein dumpf und schmerzenschwer Erinnern.