Die Dichter möchten doch alle was sein
H. Reichenberger
Die Dichter möchten doch alle was sein,
Um sich beim Lieb zu insinuiren,
Der Eine möcht' als Mondenschein
In ihrer Kammer herumspaziren.
Der Andre hätt' als Zephyr Lust,
Die heiße Wange ihr zu fühlen;
Und Jener möcht' an ihre Brust
Als sel'ge Meereswelle spülen.
Noch Einer fühlt' als Schemel gern
Der Liebsten Fußtritt manches Stündchen,
Und gar ein Andrer von den Herrn
Sehnt' sich auf ihren Schooß als Hündchen.
Und da ich nun nicht anders kann,
Werd' auch mir was wünschen müssen:
Ich wollt' ich wär' meiner Liebsten Mann
Und dürfte sie herzen und küssen!