In der Nacht
H. Schmid
Wie die Mutter ihrem Kinde
leg mir deine kühlen Hände
auf die Stirn, die denkensmüde,
stiller Schlaf.
Küsse mir die blassen Lippen,
die ich rot dem Leben bot,
dass ich aller Lust vergesse,
dass ich alle Qual verwinde,
die mich traf.
Gieb mir Frieden, hab Erbarmen!
Halte mich in deinen Armen
Fern von Lebensneid und -Not,
bis dein Bruder kommt, der Tod.